Leichtes Leben für meine alten Stubentiger

Dein Stubentiger ist in die Jahre gekommen. Morgenruhe, Mittagsschlaf, Verdauungspause, Sonnentraum… Eine Fliege ist kein Grund mehr, sich zu recken.

Langsam machst du dir Gedanken? Dein Fellfreund soll es bis zum Schluss richtig guthaben.

Aber Alter ist nicht gleich Alter. Kennen wir doch von uns Menschen. Also beobachte deine Katze gut und sei da.

Alt an Jahren, aber…

Wann ist eine Katze denn nun alt? Puh, die Frage ist schwer zu beantworten. Denn es geht viel mehr um die Alterserscheinungen, die unsere Tiger haben. Auch Krankheiten bemessen ein Katzenalter. Das Alter an sich ist keine Krankheit, auch wenn man das schon mal meint!

So ein Katzenleben sieht meist so aus: Mit 2 Jahren kommen die Katzen aus der Pubertät heraus. Erwachsen! Wir Menschen sind dann ca. 24 Jahre alt. Und während wir viele Jahre bis zur vierzig zurücklegen, braucht unsere Katze nur 6 Jahre.

Und ebenso wie bei uns beginnt mit vierzig Menschen- und 6 Katzenjahren die Vorsorge. Ab 10 Katzenjahren regelmäßige Kontrollen. So ist das mit Mitte-Ende fünfzig halt. Ab einem Alter von 15 Tierjahren entscheidet sich häufig, ob deine Katze zwanzig und älter werden kann. Oder ob der kleine Körper schneller altert. Mit zwanzig Katzenjahren haben sie ein Menschenalter eines Greises mit 96 erreicht.

Meine Gismo starb mit 21. 100 Menschenjahre. Wow! Aber auch kein Wunder, dass sie dann bereits nicht mehr gut gehört, gesehen und geschmeckt hat. Stell dir vor, wie es dir mit über 100 geht.

Im Alter ändern sich Bedürfnisse

Was will eine Seniorenkatzen denn nun? Und was braucht sie?

Und das ist auch wie bei uns Menschen. Bedürfnisse sind von Katze zu Katze verschieden, eben individuell. Habe Verständnis, wenn sie Ruhe will oder Zeit braucht, um sich auf Veränderungen einzustellen. Sie versuchen ganz von allein ihren Bedürfnissen nachzukommen.

Also kann es ein, dass der 17-jährige Stubentiger voll Gas gibt und ein 6-jähriger Fellfreund schon alt und Ruhe bedürftig wirkt.

Hast du mehrere Katzen? Dann achte besonders gut auf das Verhältnis der Katzen. Es ändert sich ohnehin ständig, aber wenn eine Katze Schwäche zeigt, gibt es einschneidende Veränderungen in der Beziehung. Es liegt nun mal nicht in der Natur von Katzen, sich fürsorglich im Alter umeinander zu kümmern. Selbstverständlich ist auch das sehr individuell.

Manche Katzen werden im Alter anhänglicher und sind weitaus stärker noch auf den Menschen angewiesen. Andere ziehen sich zurück und brauchen mehr Zeit für sich allein. Ersteres überwiegt häufig.

Und als wenn wir es nicht von unserem Stubentiger bereits kennen, werden sie mäkeliger beim Futter. Da kannst du gleich einen ganzen Wandschrank voll unterschiedlichster Leckereien füllen. Im Alter steigt der Energiebedarf, während die Verwertung schlechter wird.

Ungute Kombi, stell dich darauf ein.

Gute Hilfen sind da:

  • Nahrungsergänzungsmittel
  • Angewärmtes Futter
  • Erhöhte Fressnäpfe
  • Kleine Mahlzeiten
  • Futterautomaten bei mehreren Katzen

Gesundheit und Vorsorge

Wie gesagt, mit 6 Katzenjahre wird es Zeit für regelmäßige Gesundheitschecks. Kontrollieren lassen beim Tierarzt solltest du:

  • Urin
  • Blutwerte
  • Blutdruck
  • Temperatur
  • Zähne

Du selbst kannst auch auf einiges achten:

  • Schmerzen, Katzen zeigen Schmerzen nicht, achte auf Veränderungen beim Laufen z. B.
  • Staksiger Gang, Treppensteigen fällt schwer
  • Viel miauen
  • Verdauung
  • Krallenpflege
  • Fellpflege, besonders am Rücken

Erkennt man Krankheiten frühzeitig, kann man eben besonders gut darauf einwirken.

Wie du siehst, gleichen manche Alterserscheinungen den unsrigen. Und brauchen unsere Stubentiger ebenso Unterstützung und Fürsorge.

Veränderungen mit Vorsicht, bitte

Wenn es nicht sein muss, dann ändere nicht mehr die Lebensumstände deiner Seniorenkatze. Im Alter sind Katzen an dir und bestimmten Abläufen orientiert. Da kann sie mit Veränderungen nicht mehr gut umgehen. Frei nach dem Motto „einen alten Baum verpflanzt man nicht mehr“. Selbstredend ist auch das individuell.

Einige Änderungen in der Wohnung sind unvermeidbar. Gefahren sucht man zu vermeiden und sichert Stellen ab. Auch hohe Sprünge an geliebte Plätze vereinfacht man. Ein Beispiel: Gismo sprang immer gerne vom Fenstersims auf den Rand des Waschbeckens. Zu Beginn der sich zeigenden Alterserscheinungen haben wir ein Brett angebracht, dass sie rüber laufen kann und unten weiche Matten ausgelegt, später kam das Brett weg und eine Barriere vor das Waschbecken. Sie konnte nicht mehr sicher auf dem Brett laufen.

Auch das Katzenklo haben wir mehrfach verändert. Zuerst ein großes flaches. Als sie nicht mehr merkte, wenn sie nur mit den Vorderpfoten in der Streu stand, kamen ein hohes Klo und mehrere Aufbauten damit sie leicht ein- und aussteigen kann.

Deine Katze braucht dich jetzt mehr!

Am wichtigsten aber: Sei für deine Katze da.

Alternde Katzen lieben die Wärme. Wenn du magst, gibt es Kachelöfen für Katzen, Wärmedecken speziell für Tiere und natürlich sehr viele weitere Möglichkeiten.

Sehr wichtig ist ein gutes Schmerzmanagement!

Deine Katze darf sich im Alter rundum wohlfühlen.

 

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Christiane Schimmel
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