Freiheit? Aber sicher! So kannst du deine Freigänger-Katze bestmöglich unterstützen

Deine Katze war mal wieder nachts unterwegs. Jetzt humpelt sie und blutet an ihrem linken Hinterbein. Besorgt schaust du dir die Wunde an und überlegst, ob du zum Tierarzt musst oder ob die Verletzung wohl von allein wieder heilen wird.

Du kennst das, es passiert immer wieder. Mal verschwindet deine Katze für mehrere Tage, mal hast du den Eindruck, sie traut sich gar nicht heraus, weil dort wieder „der Feind“, die Nachbarskatze, auf sie wartet. Aber du kannst deine Katze doch nicht einsperren! Katzen sind doch so freiheitsliebend und brauchen ihre Ausflüge und Jagdzüge! Oder? In diesem Artikel kläre ich auf, was Katzen wirklich brauchen und wie du deine Freigänger-Katze unterstützen kannst.

Katzen darfst du nicht in ihrer Freiheit einschränken! Oder doch?

Du hast eine freiheitsliebende Katze? Super! Das kann ich gut verstehen, denn viele Katzen sind es. Aber nun glaubst du, dass du sie einschränkst, sobald du etwas an ihrer Umgebung oder ihren Möglichkeiten veränderst, um sie in jeder Situation zu schützen?

Lass mich eins vorwegsagen: Es gibt hier kein schwarz und weiß. Jede Katze ist unterschiedlich, hat ihre eigenen Vorlieben und ihren eigenen Charakter. Auch beim Thema Freigang. Ja, Katzen sind oft gerne draußen unterwegs. Ja, Katzen stromern meist gerne herum. Aber das bedeutet nicht, dass du deine Katze immer nur machen lassen musst.

Die Idee von der anarchischen Katze, die keine Beschränkungen mag, macht was sie will und für die der Mensch nur Futterquelle ist, ist schlicht und ergreifend überholt. Denn die Katzen, die wir bei uns zu Hause halten, sind domestizierte Katzen. Sie sind an Menschen gewöhnt, leben gern bei ihren Haltern, ihren Menschen. Katzen wollen nicht bloß Futter und ein warmes Plätzchen auf der Fensterbank – sie wollen auch gestreichelt werden, wollen spielen. Sie haben eine starke Bindung zum Menschen – Freigang hin oder her.

Daher ist es auch nicht die Frage, ob Freigang ja oder nein. Die Frage ist: Wie viel Freigang braucht deine Katze und wie kannst du sie dabei unterstützen?

Ich ziehe um. Was mache ich mit meiner Freigänger-Katze?

Oft bringt ein Umzug Katzenhalter in eine knifflige Situation. Im alten Zuhause gab es vielleicht einen Garten, die Nachbarschaft war bekannt und ruhig, die Katze oder der Kater hatten keine Probleme mit anderen Katzen. Ein Traum! Dann folgt der Umzug, vielleicht in eine Wohnung ohne Garten oder in einer Umgebung, die nicht so überschaubar und damit gefährlicher für die Katze ist.

In solchen Situationen kommen Katzenhalter zu mir, weil sie verzweifelt sind: Sie glauben, die Katze wäre besser in ihrer alten Umgebung aufgehoben, Hauptsache, sie könne weiter herumstromern. Die Nachbarn könnten das Tier ja füttern. Dass die Katze aber dadurch ihre Menschen und Bezugspersonen verliert, ist oft gar kein Thema.

Im Extremfall hatte mir eine Katzenhalterin sogar erzählt, sie spiele mit dem Gedanken, ihr Tier einzuschläfern, weil in der neuen Wohnung Freigang schwierig werden könne. Du kannst dir vielleicht vorstellen, wie entsetzt ich war.

Probleme mit Freigang: Was du tun kannst

Wir Menschen leben auf immer engerem Raum, immer mehr Menschen haben Haustiere. Wir setzen unsere Katzen dem aus und erwarten, dass sie ganz einfach mit allen anderen Katzen in der Nachbarschaft klarkommen. Das ist allerdings häufig nicht der Fall und das ist auch logisch: Wir können ja auch nicht jede Person leiden, oder?

Wie oben bereits erwähnt, können Probleme auftreten, wenn deine Katze in der Nachbarschaft herumstromert und beim Freigang immer wieder auf „verfeindete“ Katzen trifft.

Verletzungen sind dabei nur die eine Seite. Deine Katze kann durch diese negativen Erlebnisse schlimme Ängste entwickeln. Und auch der Mensch kann Stress- und Angst-Symptome ausbilden, wenn er sich zu sehr um sein Tier sorgen muss. Katzen können in der Folge sogar stressbedingt Krankheiten bekommen und sie haben natürlich auch immer wieder an den Verletzungen zu knabbern. Klar, dass wir da als Halter gegensteuern wollen.

Wenn du bemerkst, dass es Rivalitäten und Kämpfe zwischen deiner und der Nachbarskatze gibt, kannst du versuchen, Kontakt zu den Haltern herzustellen. Oft kann man die Situation zwischen den „verfeindeten“ Katzen durch Training, Umgewöhnung und positive Begegnungen entspannen. Dafür müssen aber ALLE KATZENHALTER an einem Strang ziehen. Und leider haben Halter des blockierenden Nachbarskaters oft kein Verständnis für die Nöte der geplagten Kater und Katzen, die letztlich die Opfer sind.

Wenn das so ist, musst du dir Gedanken über einen gesicherten Freigang für deine Katze machen.

Freigang für die Katze ohne Balkon oder Garten?

Natürlich erfordert eine Wohnung ohne Balkon oder Garten erst einmal ein Umdenken. Aber wenn du willst, dann kannst du deiner Katze auch in diesem Umfeld Freigang ermöglichen.

Zum Beispiel kannst du deine Katzen an die Leine gewöhnen. So kannst du sogar mit deiner Katze an Orte fahren, an denen deine Katze die Umgebung ganz in Ruhe untersuchen kann. Du kannst dir das vorstellen wie mit einem kleinen Kind, das an jeder Blume stehen bleibt und erst einmal ganz genau hinschauen und prüfen muss. Durch die Leine musst du auch keine Sorge haben, dass dir die Katze ständig davonläuft. Das setzt gutes Training voraus, was Katzen im Übrigen sehr lieben. Hier kannst du es erlernen. (Klick hier für weitere Infos)

So einen Ausflug mit deiner Katze und Leine kannst du übrigens auch ohne Auto machen: Zum Beispiel im Rucksack.

Darwin im gesicherten Garten

Wenn du keinen Balkon hast, aber deiner Katze Eindrücke von draußen ermöglichen möchtest, kannst du deine Fenster speziell absichern. Die Katze kann dann vor dem geöffneten Fenster sitzen, frische Luft schnuppern und Gerüche sowie Geräusche aufnehmen. Das LIEBEN Katzen. Wir haben zum Beispiel Katzenbalkone extra für die Katzen angebracht. Schau mal hier: (Wichtig! Die Fenster müssen gut gesichert sein!)

So machst du deinen Balkon sicher für die Katze

Du hast einen Balkon und möchtest, dass deine Katze sich dort sicher aufhalten kann? Das ist kein Problem: Du kannst zum Beispiel ein Netz anbringen, das deiner Katze und dir die Sicherheit ermöglicht, die ihr für eine entspannte Zeit auf dem Balkon braucht.

Um den Balkon für deine Katze noch attraktiver zu machen, kannst du ein paar Kratzmöglichkeiten und Verstecke einrichten. Perfekt!

Dein Vermieter erlaubt dir nicht, am Balkon zu bohren? Kein Problem: Es gibt auch Möglichkeiten, den Balkon für deine Katze sicher zu machen, wenn du nicht bohren darfst.

Den Garten für die Katze sicher machen

Einen Garten kannst du auf vielfältige Weise für deine Katzen attraktiv und sicher machen. Du planst ein Freigehege? Super, deine Katze wird es dir danken.

Katzengehege gesichert

Vielleicht möchtest du auch den ganzen Garten sichern, um deiner Katze viel Raum für Freigang zu ermöglichen? Das ist dann wirklich die Königsdisziplin und wird deinen Katzen sehr viel Freude bereiten!

Denk aber unbedingt daran: Katzen können aus dem Stand 2 Meter springen und sehr gut klettern. Daher musst du dich genau informieren und sorgfältig arbeiten, um sicherzustellen, dass deine Katze nicht ausbüxt. Wir haben nun bereits den dritten Garten gesichert und jedes Mal lernen wir dazu.

Wie auch immer du vorgehen möchtest: Lass dir von niemandem reinreden oder dich von deiner Idee abbringen. Es geht hier nicht um irgendeine Katze, sondern um deine. Und jede Katze hat ihre eigenen Ideen von Freigang. Gestalte die für euch passende Situation und du wirst sehen, dass sich der Aufwand lohnt.

Brauchst du Unterstützung und Ideen? Ist deine Situation sehr speziell und du kommst mit diesen Tipps nicht aus? Dann melde dich gern bei mir und ich schaue mir deine Situation im Detail an. (LINK zu deiner Beratung)

Christiane Schimmel
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