Das passiert, wenn du regelmäßig mit deiner Katze trainierst

Deine Katze springt immer auf den Tisch, aber du willst das nicht? Die ersten paar Male schiebst du sie vom Tisch herunter, erklärst ihr immer wieder, dass sie das nicht soll. Aber deine Katze springt dennoch immer wieder auf den Tisch. An Tagen, an denen du entspannt bist und gute Laune hast, bist du nachgiebig. Dann kannst du eine solche Situation gut händeln. Aber an Tagen, die eh schon stressig sind… Da wirst du vielleicht laut, bist ungehalten, möglicherweise auch ein bisschen ruppig? Hilf dir und deiner Katze – mit Training!

Wenn du kleine Trainingseinheiten in den Tagesablauf einbaust, kannst du erreichen, dass der Alltag für deine Katze und dich entspannter und auch liebevoller wird. Und falls du jetzt denkst, das sei alles zu viel Aufwand, kommt hier die beruhigende Nachricht: Schon 3 Minuten am Tag reichen aus, um deiner Katze erwünschtes Verhalten beizubringen. Und das macht auch noch Spaß!

Training, Erziehung, Gewöhnung – Was sind die Unterschiede?

Katzen trainieren – das hört sich für dich seltsam an? Oder ist das auch für dich normal? Für mich gehört Training zu meinem Leben mit Katze dazu. Genauso wie das Spielen, Beschäftigen und Füttern. Denn Training ist nichts anderes, als deine Katze beim Lernen zu unterstützen.

Wenn Training also unterstütztes Lernen ist, dann ist es auch Erziehung. Und klar kannst du deine Katze durch Training an ein bestimmtes Verhalten gewöhnen. Daher gehört das für mich alles zusammen. Alle Säugetiere lernen ohnehin ständig; warum also nicht Lernen mit Nützlichem verbinden? Und eben auch mit Spaß – denn ja, Katzen haben Spaß und Freude am Training.

Wann hilft Training deiner Katze und dir?

Ich möchte noch mal das Beispiel vom Anfang dieses Textes aufgreifen: Deine Katze springt immer auf den Tisch, aber du willst das nicht. Du hast einen schlechten Tag, wirst ungehalten und schreist sie an, sie solle runtergehen.

Das wird funktionieren: Deine Katze geht vermutlich runter vom Tisch, wenn du sie anschreist. Warum? Weil ihr dein Schreien wehtut! Katzen hören sehr gut, daher wird sie sich nicht nur erschrecken, sondern dein Schreien wird sehr unangenehm für sie sein. Sie geht also weg.

Das Problem: Dein Verhalten belastet die Beziehung zwischen dir und deiner Katze. Wird sich deine Katze danach noch freuen, wenn sie dich sieht? Es kann sein, dass sie dein Schreien nicht einmal mit ihrem Verhalten, also dem auf-den-Tisch-gehen, verknüpft. Dass sie also gar nicht weiß, warum du dich so geschrien hast. Dann erwartet deine Katze möglicherweise von dir, dass du auch in anderen Situationen plötzlich anfängst, zu schreien. Sie kann dich nicht einschätzen. Nicht so schön, oder?

Balduin vertraut mir
Balduin vertraut mir

Zeig deiner Katze deine Welt!

Für die Katze ist es normal, auf den Tisch zu gehen. Es ist übrigens auch normal, dass sie an Dingen kratzt. Denn das tun Katzen nun mal. Du musst deiner Katze also DEINE Welt erklären, wenn du ihr Verhalten ändern möchtest.

Ich meine diesmal nicht durch Tierkommunikation, sondern durch Zeigen. Indem du deiner Katze Alternativen anbietest zu dem nicht erwünschten Verhalten. Deine Katze soll nicht auf den Tisch? Dann biete ihr eine bessere Alternative und gewöhne sie daran. Das geht nicht sofort, es braucht Wiederholungen. Auch das gehört schon zum Training.

Erstmal spielt es noch keine Rolle, ob du einen Marker (den Klick) dazu nimmst oder nicht. Ich empfehle es allerdings, denn es macht Vieles so viel leichter. Clickertraining verwende ich für fast jede Situation, zumindest die dahinter liegenden Grundlagen des Lernens: Die Katze macht etwas und bekommt etwas dafür. Reiz und Reaktion, wie bei Menschen auch.

Und natürlich ist es das Beste, wenn ich die Katze mit etwas Schönem belohne. Das ist mir nämlich sehr wichtig: Training nur im positiv belohnenden Bereich! Niemals strafen wir unsere Katzen! Wir nehmen keine Wasserpistole, schreien sie nicht an oder machen sogar Schlimmeres.

Was erleichtere ich meiner Katze und mir durch Training?

Einfach alles! Die Bindung zwischen euch wird noch stärker. Du kannst ihr durch Worte sagen, was du von ihr möchtest und sie wird es wissen: Ein Wort und sie geht in den Transportkorb. Ein Traum, oder? Und ja, das geht wunderbar. Auch bei scheuen und ängstlichen Katzen kannst du so viel mehr an Lebensfreude erreichen. Probiere es doch mal aus.

Du denkst du hast keine Zeit dafür? Nur 3 Minuten Training mit deiner Katze pro Tag machen bereits den Unterschied!

Ich empfehle dir, mit den Grundlagen zu starten. Wenn du die draufhast, kannst du einfach alles zusammen mit deiner Katze erkunden, was es an Möglichkeiten gibt:

  • Entspannter Tierarztbesuch,
  • Tricktraining oder
  • Training zur Beschäftigung, damit Ruhe in deinem Katzenhaushalt einkehrt.

Alles möglich. Die Grundlagen und einige spezielle Problemlösungen findest du in meinem Trainingskurs für Katzen [Hier klicken].

Christiane Schimmel