Katzensitter oder Katzenhotel?

Katzensitter, Katzenhotel oder doch daheimbleiben?

Ich habe schon darüber geschrieben, aber es liegt mir so am Herzen und daher eben nochmal. Ja ich habe eine Katzenpension und ja ich empfehle zuerst immer, dass die Katzen daheim bleiben können im Urlaub. Warum? Weil das besser ist. Punkt. Gerne kann ich ein paar wissenschaftliche Fakten dazu packen, aber ich möchte, dass Sie sich einfach das Wesen der Katze vorstellen. Wie wären Sie als Katze?

Brauchen Katzen denn keine Gesellschaft, wenn sie selbst im Urlaub sind? Mal eben mit ein paar anderen Katzen sein für 1-2 Wochen? Das glauben Sie nicht wirklich, wenn Sie sich das Wesen der Katzen genauer ansehen. Katzen sind sehr eigenständige Wesen. Ja in der Tat, und Katzen sind Raubtiere und Einzeljäger. Somit ist jede Mitkatze zuallererst mal ein Nahrungskonkurrent. Würden Sie sich gerne mit fremden Menschen an einen Tisch setzen und es gibt eine Platte für 10? Ja aber Katzen sind doch so sozial und brauchen auf JEDEN Fall andere Katzen. Ist das so? Braucht wirklich jede Katze auch andere Katzen? Dazu möchte ich sagen, dass Katzen alle Individuen sind! Die Bandbreite ist groß, aber es gibt ein paar Dinge die auf die Mehrzahl der Katzen zutrifft.

Katzen sind sehr individuelle Wesen. Es gibt die sehr sozialen, die andere Katzen brauchen um sich wohl zu fühlen und es gibt die Katzen die eben doch lieber ihre Ruhe haben. Worauf ich hinaus möchte? Eine Frage die mir oft gestellt wird:

Braucht die Katze im Urlaub denn nicht Kontakt zu anderen Katzen?

Diese Frage wird mir gestellt sowohl von Katzenhaltern die Freigänger haben, als auch von den Wohnungskatzenhaltern. Meine Antwort als Katzenpsychologin und Tierkommunikatorin: Nein brauchen sie nicht. Wieso sollte sich eine Katze denn freuen, wenn Sie sonst daheim das Reich für sich hat oder mit einer anderen befreundeten Katze teilt und plötzlich sieht sie sich Konkurrenten gegenüber? Vielleicht sind ja nette Katzen dabei, die Sozialen, die mit allen auskommen, vielleicht aber auch nicht. Oder wissen Sie genau welche anderen Katzen ihre mag? Ich bin der Meinung, dass man nie gewährleisten kann, dass genau nur die Katzen zusammen kommen die sich potentiell mögen. Auch ich habe vor vielen Jahren meine Katze in eine Pension gegeben, in der mehrere fremde Katzen in einem Zimmer waren und ich habe es sehr bereut. Später erst habe ich gelernt warum das auch einfach nie eine gute Idee ist. Ich würde mich freuen, wenn immer mehr Katzenpensionen meinem Konzept folgen würden. Wenn schon Katzenpension, dann Einzelzimmer. Gilt das für alle Katzen? Manche verkraften es besser in einem Gruppenzimmer und andere schlechter, auch wenn ich immer mal wieder lese, meine fühlen sich in den Gruppenzimmern wohl, so haben auch sie Stress, wenn vielleicht auch nicht so viel wie andere. Ich sehe bei mir die, die es eben nicht gut verkraftet haben. Es gibt ja auch die Katzen, denen man Stress einfach nicht so sehr anmerkt wie anderen. Auch in den Einzelzimmern ist es so, dass es Katzen gibt die auch das nicht mögen, manche werden aggressiv, andere fressen nicht und wieder andere verfallen in den so genannten Verteidungsschlaf. Stress äußert sich dann später und man wundert sich warum eine Katze plötzlich Symptome von Dauerstress zeigt.

Bisher habe ich das nie so deutlich gesagt und wollte es daher an dieser Stelle nachholen.

Wollen Sie das Beste für Ihre Katzen? Dann versuchen Sie:

1.       jemanden zu finden der bei Ihnen daheimbleiben kann und den die Katzen kennen

2.       jemanden zu finden der öfter am Tag kommt den die Katzen kennen

3.       einen zuverlässigen Katzensitter zu finden der eine vorher bestimmte Zeitlänge am Tag die Katzen am besten mindestens zweimal am Tag umsorgt ; möglichst immer derselbe, damit die Katzen sich an ihn gewöhnen können

4.       ein Einzelzimmer in einem Katzenhotel

 

Ein Katzenhotel kann dann sinnvoll sein, wenn:

·         Ihre Katze es daheim alleine nicht aushält und dann markiert, unsauber wird, Dinge zerstört oder als Freigänger keine Katzenklappe hat und somit entweder die ganze Zeit drinnen oder draußen sein müsste.

·         Ihre Katze mehrmals am Tag Medikamente benötigt

·         Ihre Katze engmaschiger kontrolliert werden muss, zum Beispiel bei Diabetes oder Epilepsie

·         Ihre Katzen getrennt im Urlaub gehalten werden müssen da „der Haussegen schief hängt“, wobei es da sinnvoll wäre eine Katzenpsychologin zu Rate zu ziehen (hier mein Angebot dazu)

 

Wenn Sie ein Einzelzimmer im Katzenhotel buchen möchten, dann sehen Sie sich vorher die Zimmer an, fragen wie viele Katzen maximal aufgenommen werden und wie viele Personen zuständig sind. Besser ist es, wenn eine oder zwei Vertrauenspersonen kontinuierlich betreuen.

Sie haben weitere Fragen? Kontaktieren Sie mich gerne.

VOR dem Aufenthalt im Katzenhotel

Was passiert vor dem Aufenthalt im Katzenhotel?

Gestern habe ich geschrieben wie ein Tag IM Katzenhotel aussehen kann und heute möchte ich nochmal beschreiben was davor alles passiert und wie ihr es euren Lieblingen erleichtert könnt. Am Anfang erkundigt ihr euch nach einer guten Unterbringungsmöglichkeit. Meine eigene Prioritätenliste sieht dabei folgenermaßen aus:

  1. Es gibt einen Verwandten den eure Katzen bereits kennen und der auch über Nacht bleiben kann.
  2. Es gibt andere Bekannte/Nachbarn/Arbeitskollegen die über Nacht bleiben können.
  3. Der Verwandte kommt mehrmals-mindestens zweimal am Tag um eure Katzen zu füttern, zu spielen und zu beschmusen oder einfach da zu sein und natürlich die Katzenklos zu säubern und die Schälchen von Futter und Wasser.
  4. Die Bekannten/Nachbarn/Arbeitskollegen übernehmen alles was in Punkt 3 beschrieben ist.
  5. Ihr sucht euch einen professionellen Katzenbetreuer, also jemanden der zu Euch nach Hause kommt und sich zweimal am Tag um eure Katzen kümmert, ebenso wie in Punkt 3 beschrieben. Worauf ihr bei der Wahl achtet solltet, schreibe ich noch. Manche übernachten auch, aber das ist eher die Ausnahme.
  6. Ihr bringt eure Katzen zu Verwandten/Bekannten/Nachbarn/Arbeitskollegen die selbst keine Katzen haben, aber die Katzen bereits kennen. Katzen lieben Routinen und alles was sie kennen. Natürlich ist jede Katze nochmal anders und reagiert individuell und es gibt auch die reiselustigen und mutigen, aber ich gehe von der üblichen Vielzahl des Verhalten der Katzen aus.
  7. Ihr sucht euch eine Katzenpension. Zur Auswahl mehr weiter unten.

    Warum setze ich selbst das Katzenhotel an letzte Stelle? Weil ich das genau so sehe und aus katzenpsychologischer Sicht so unterstreichen kann. Ich nehme daher auch nicht wahllos jede Katze an, da ich der Meinung bin, dass man immer sehen sollte, wenn man sich ein Tier zum Freund macht, das man dann auch sorgen sollte für ihn und zwar genau so wie es den Bedürfnissen am ehesten entspricht und nicht wie es am billigsten oder bequemsten ist. Natürlich hat jeder seine persönlichen Grenzen was finanzielle Mittel und auch die Privatsphäre angeht, nicht jeder schafft es einem Fremden so zu vertrauen das er die ihm die Schlüssel zu seiner Wohnung, seinem “Reich” übergibt. Andere Katzen wiederum benötigen mehr Überwachung und Fürsorge.

Auswahl eines Katzenbetreuers

Wie finde ich nun also einen geeigneten Katzenbetreuer. Vieles wurde dazu bereits geschrieben, daher halte ich es kurz.

Zuallererst sollte euch der Katzenbetreuer sympathisch sein, denn ihr solltet ein gutes Gefühl haben. Das wird sich auf eure Katzen übertragen. Die Katzen müssen nicht gleich auf ihn zustürmen, aber ihr solltet gut beobachten ob er/sie sich so verhält, dass die Katze sich entspannen könnte. Er sollte also nicht sofort auf die Katze seinerseits zustürmen, sondern sie erstmal nicht beachten und nur aus den Augenwinkeln betrachten und ihr höflicherweise den Rücken zukehren bzw. einen Bogen um sie laufen. Wenn er sich auf Augenhöhe der Katze begibt, dann sollte er diese nicht direkt ansehen und die Katze kommen lassen, dann kann gerne mal gezwinkert werden.

Des Weiteren solltet ihr im Vorfeld bereits erfragen ob Vorkenntnisse bestehen und wie lange bereits Betreuungen vorgenommen werden, auch sollte alles ordnungsgemäß angemeldet sein. Ein Termin zum Kennenlernen halte ich für unbedingt notwendig.

Auswahl eines Katzenhotels

Im Grunde treffen viele Punkte zur Auswahl eines Katzenhotels ebenso zu, als wenn man sich einen Katzenbetreuer sucht. Hier beginnt es ebenfalls mit dem Besuch der Webseite um ein Gefühl zu bekommen ob einem die angebotenen Zimmer und Leistungen zusagen, auch das finanzielle kann man sich im Vorfeld bereits ansehen. Gut ist es, wenn auf der Webseite bereits die wichtigsten Punkte zu finden sind und man auch Fotos der Zimmer sieht. Wenn einem das alles zusagt, sollte man unbedingt vorher einen Termin zur Besichtigung ausmachen. Oft wird geschrieben man solle spontan vorbeikommen. Ich sehe darin persönlich keinen Sinn, da ich meine Katzenpension in meinem Haus in dem ich lebe untergebracht habe, wie vermutlich viele andere ebenfalls und auch selbst Termine habe bzw. außer Haus bin. Hier gibt es Besichtigungen nur mit Termin. Ausnahmen bilden die großen Pensionen mit Angestellten.

Der/Die Katzenbetreuer/in sollte fachlich kompetent sein und ganz wichtig auch, einem persönlich sympathisch sein. Auch hier gilt, dass sich dieses Gefühl auf die Katzen überträgt. Die Zimmer sollten sauber sein und es sollte die Möglichkeit bestehen, dass die Räume nach jedem Katzengast desinfiziert werden können. Aus katzenpsychologischer Sicht kann ich Gruppenzimmer nicht empfehlen und gehe daher nicht weiter darauf ein. Fragen Sie nach falls Sie sich für ein Gruppenzimmer entscheiden ob es die Möglichkeit gibt zu separieren, falls sich Probleme einstellen. Bedenken Sie das Vergesellschaftungen bei Katzen langsam und individuell vorgenommen werden und sich die Katzen im Urlaub dann plötzlich mit vielen verschiedenen anderen Katzen verstehen sollen, oft ohne eine ausreichende Überwachung. Nicht nur ängstliche Katzen, auch die unerschrockenen haben Stress. Selbstverständlich verkraftet es die eine Katze besser als die andere, weil sie eben alle Individuen sind.

Es sollte eine Vertretung im Notfall einspringen können und für Katzenpensionen gilt im besonderen Maße, dass eine Genehmigung vorliegen muss nach §11 Tierschutzgesetz, ausgestellt von den Amtstierärzten vom überwachenden Landratsamt. Um zum Beispiel Futter und verschiedene Naturheilmittel verkaufen zu dürfen müssen ebenfalls Anmeldungen vorliegen bzw. eine Prüfung der IHK zur Erlaubnis nicht apothekenpflichtige Mittel zu verkaufen.

Stellen Sie den Katzenbetreuern alle Fragen die Ihnen auf dem Herzen liegen und lassen sich alle Pensionszimmer zeigen. Sie werden spüren ob es die richtige Einrichtung für Sie und Ihre Katzen ist. Es ist nicht zwingend notwendig, dass so viele Ausbildungen, wie in meinem Fall, vorliegen. Es gibt keine Vorschriften, dass man Katzenpsychologe oder Tierheilpraktiker sein muss um ein Katzenhotel zu führen, daher würde ich bei einem Besuch darauf achten wie der Katzenbetreuer mit den Katzen umgeht. Da kann man schon vieles von ableiten und auch ob die Einrichtung katzengerecht gestaltet ist mit Versteckmöglichkeiten und der Möglichkeit die 3.Dimension zu nutzen.

Tag des Bringens

Nachdem man vorher alle Formalitäten mit Verträgen und nachgewiesenen Impfungen erledigt hat und der Katzenbetreuer auch weiß welches Futter und weitere Besonderheiten vorliegen, kommt der Tag des Aufenthaltes. Ich empfehle bereits im Vorfeld daheim mit der Gabe einer individuellen Bach-Blüten-Mischung zu beginnen, am besten 14 Tage zuvor. Auch ist es hilfreich, wenn die Katze weiß was auf sie zukommt. Ich nutze dafür die Tierkommunikation. Versuchen Sie selbst am Tag des Bringens ruhig zu sein, soweit Ihnen das möglich ist und freuen Sie sich darauf. Warum freuen? Weil die Katze diese Stimmung ebenfalls mitbekommt. Wenn Sie Ihr Tier bedauern und sehr traurig sind und immer wieder Dinge sagen wie: Ich bin ja nicht lange weg. Du wirst es schon aushalten oder auch nur oft an ihr großes schlechtes Gewissen denken, wird die Katze Angst bekommen und sich unwohl fühlen da sie denkt es kommt etwas Schlimmes auf sie zu.

Ich weiß wie man sich fühlt, dieses Hin-und Hergerissensein zwischen der Freude auf den Urlaub und dem Zurücklassen der geliebten Tiere, aber Sie tun Ihrer Katze keinen Gefallen, wenn Sie das schlechte Gewissen in den Vordergrund stellen. Zeigen Sie ihr Ihre Freude, dass Sie gut untergebracht sein wird. Erwarten Sie nicht zu viel Abschiednehmen. Katzen müssen als aller erstes das Zimmer und die Gegenstände inspizieren und markieren. Ihr Geruch fehlt schließlich! Helfen kann, wenn Sie circa 1 Woche vor dem Aufenthalt beginnen kleine Läppchen zu sammeln, die sie zum Beispiel am Mundwinkel entlang zu den Ohren streifen und diese dann verschlossen an mich übergeben. Ich werde die Läppchen auslegen und schon ist der Geruch Ihrer Katze im Raum verteilt. Auch ich werde die Katzen für die erste Stunde in Ruhe alles untersuchen lassen. Mit all diesen Vorbereitungen und einem guten Gefühl, können Sie dann in den Urlaub starten!