Katze beißt

Katze beißt

Die häufigsten Ursachen, warum deine Katze beißt und was du dagegen tun kannst

Katzen, die beißen, haben einen gewissen Ruf:

  • sie sind nicht sozialisiert
  • haben den Ruf, ein Rüpel zu sein
  • gelten als hinterlistig
  • ihnen wird nachgesagt, dass sie aggressiv und gemeingefährlich sind
  • oft werden sie für bösartig gehalten

Was steckt dahinter, wenn Katzen beißen

Während ich hier schreibe, habe ich Schmerzen am rechten Zeigefinger. Ich beobachte besorgt, ob sich die Entzündung ausbreitet und meine Gelenke von den Bakterien angegriffen werden. Denn Katzenbisse enden oft mit schlimmen Infektionen.

Jetzt fragst du dich natürlich, was eigentlich passiert ist! Ich habe meinen Kater impfen lassen und nicht aufgepasst. Ich habe einfach nicht damit gerechnet, dass er sich wehren könnte, weil er sich vorher immer problemlos impfen ließ. Diesmal hat die Nadel aber anscheinend eine empfindliche Stelle getroffen und mein Kater hat sich aus Reflex blitzartig gedreht und sein Zahn hat sich schnell und präzise durch meine Hand gebohrt.

Übrigens: Solltest du auch mal einen Katzenbiss abbekommen, dann geh am besten direkt zu einem Arzt. Die Bakterien, die sich im Maulbereich der Katzen befinden, führen zu fiesen Infektionen!

Dass Katzen so zubeißen können, ist lebenswichtig für sie. So töten sie ihre Beute.

Katzen reagieren bei der Jagd und in Panik immer blitzschnell. Das ist wichtig, wenn sie ihre Beute fangen, aber auch für ihr eigenes Überleben, nämlich dann, wenn sie gejagt werden und in Gefahr sind. Denn Katzen gehen oft davon aus, dass bei einer Gefahr direkt ihr Leben bedroht ist. Während ihr Gehirn sehr rasch reagiert, sind wir dagegen viel zu langsam, um auszuweichen oder die Hand wegzuziehen.

Katzen beißen also nicht, um uns weh zu tun, sondern um sich selbst zu schützen.

1. Katzen beißen, wenn sie Schmerzen haben

Schmerz ist ein Auslöser für sehr viele Auffälligkeiten. Schmerz verändert das Verhalten, erzeugt Stress und lässt Katzen aufeinander losgehen. Sie sorgen aber auch dafür, dass Katzen sich zurückziehen oder eben auch beißen.

In meinem Beispiel war der Schmerz schuld, dass mein Kater zugebissen hat. Der plötzliche Piecks hat ihn reflexartig zubeißen lassen. Sein Ziel: Der Schmerz soll aufhören.

Dabei sind oft Schmerzen im Zahnbereich, neben anderen möglichen Gründen schuld, wenn Verhaltensprobleme aufploppen. Ob der Zahn gesund ist oder nicht kannst weder du, noch die/der Tierärztin/Tierarzt von außen sehen. Ohne regelmäßiges Dentalröntgen hat deine Katze möglicherweise dauerhaft Schmerzen.

Stell dir vor, wie es dir mit anhaltender Migräne geht – irgendwann explodierst du vielleicht auch.

Was du tun kannst, um Schmerzen zu vermeiden:

  • Regelmäßige Checks beim Tierarzt
  • Blutbilder ab einem Alter von 5 Jahren (spätestens)
  • Regelmäßiges Dentalröntgen und Zahnsteinentfernung

Katzen sind Meister darin ihre Schmerzen zu verbergen. Du kannst aber lernen, deine Katze so gut zu beobachten, dass du rechtzeitig erkennst, wenn sie Schmerzen hat.


Kater Sully hat Schmerzen. Die Augen geschlitzt, die Ohren zur Seite gedreht, die Stirn gekräuselt.
Kater Sully hat Schmerzen. Die Augen geschlitzt, die Ohren zur Seite gedreht, die Stirn gekräuselt.

2. Katzen beißen, wenn sie gestresst sind

Katzen reagieren in Stresssituationen mit einem Verhalten, das ihnen in dem Moment am sinnvollsten erscheint. Sie haben gelernt, dass wir Menschen deutliche Zeichen brauchen. Deshalb greifen sie auf drastische Mittel zurück und auf Beißen reagieren wir alle. Es tut weh und wir ziehen instinktiv unsere Hand weg.

Dabei bedeutet Stress für jede Katze etwas anderes. Manche Katzen haben traumatische Erlebnisse mit Hunden oder Kindern erlebt oder wurden sogar geschlagen. Laute Geräusche können den Stresspegel von nichts auf gleich so hochfahren, dass sie sofort reagieren.

Auch wenn es so einfach klingt, ist dieser Rat essenziell: Sorge für weniger Stress im Leben deiner Katzen.

Freigänger können zum Beispiel mit anderen Katzen Stress haben oder auch durch Vorfälle außerhalb des sicheren Bereiches deiner Wohnung gestresst werden. Hauskatzen dagegen langweilen sich sehr oft, was auch großen Stress verursacht. Noch dazu spüren Katzen ebenfalls, wenn ihre Menschen gestresst sind.

Stress kann auch entstehen, wenn du nicht darauf achtest, wann es deiner Katze reicht, egal ob beim Spielen oder beim Streicheln. Erwarte nicht, dass deine Katze einfach geht, wenn sie gestresst ist oder es zu laut ist, aber achte auf bestimmte Anzeichen. Manche Katzen spannen zum Beispiel ihre Muskeln leicht an, um dir zu signalisieren, dass du aufhören sollst.  Wenn du also das Verhalten deiner Katze gut kennst und auf ihre Individualität achtest, kannst du unnötiges Beißen vermeiden.

Überschreitest du häufiger die Grenzen deiner Katze, desto schneller beißt sie zu, weil sie gelernt hat, dass du Vorzeichen ohnehin übersiehst.

Was du tun kannst, um Stress zu vermeiden:

Viele Katzen mögen gleichbleibende Abläufe, auch wenn sie unterschiedliche Bedürfnisse haben. Einige spielen sehr gern und viel, andere trainieren lieber häufiger.

Du solltest für deine Katze ein ausgeglichenes Maß an Spiel, Beschäftigung, Streichel-und Kuscheleinheiten finden.

Auch die Umgebung spielt eine wichtige Rolle. Große Räume mit wenig Inhalt mögen Katzen überhaupt nicht. Gib ihnen die Möglichkeit, sich in der dritten Dimension durch euren gemeinsamen Bereich zu bewegen. Heißt: Lass sie auf Regale klettern und baue ihnen extra angelegte Wege mit Brettern, Stegen und Brücken. Frag dich, ob deine Couch an der Wand stehen muss oder ob du deiner Katze einen Ausweichweg dahinter zur Verfügung stellen kannst.


3. Katzen beißen im Mehrkatzenhaushalt

Ebenfalls stressig kann das Zusammenleben in einer größeren Katzengruppe sein.

Das fängt schon bei der Auswahl einer für dich „passenden“ Katze an. Die wichtigste Rolle dabei spielen der Charakter und Wesen, die Erlebnisse und einiges mehr deiner bereits bei dir lebenden Katzen. Noch wichtiger ist aber die Zusammenführung. Was du über eine harmonische Zusammenführung wissen musst, kannst du in dem Artikel Katzenzusammenführung – so klappt es nachlesen.

Was du für ein harmonisches Zusammenleben tun kannst: 

Besonders dann, wenn mehrere Katzen zusammenleben, ist es wichtig, die individuellen Bedürfnisse deiner Katzen zu kennen: Wer spielt besonders gerne? Wer langweilt sich schnell? Wer braucht die extra Portion Aufmerksamkeit?

Bedenke auch unbedingt diese 3 Punkte, wenn du mehrere Katzen hast:

  • Gibt es ausreichend viele und schöne Liegeplätze (aus Sicht deiner Katzen)
  • Haben sie genug Kratzmöglichkeiten
  • und – super wichtig – kann jede Katze in Ruhe fressen? 

Ich lebe aktuell gemeinsam mit 9 Katzen und habe den Futterplatz immer wieder angepasst, um allen gerecht zu werden. Denn Katzen fressen gerne für sich und ungestört.


So sieht fressen im Mehrkatzenhaushalt bei mir aus. Mit den einzelnen Boxen gebe ich allen Katzen die Möglichkeit, in Ruhe zu futtern.
So sieht fressen im Mehrkatzenhaushalt bei mir aus. Mit den einzelnen Boxen gebe ich allen Katzen die Möglichkeit, in Ruhe zu futtern.

4. Katzen beißen zur Verteidigung

Wenn eine Katze sich in die Ecke gedrängt fühlt, kann es sein, dass sie blitzartig reagiert und auch mal beißt. Dabei überlegt sie nicht lange. Situationen, die uns vielleicht harmlos erscheinen, können für deine Katze lebensbedrohlich wirken. Es muss sich lediglich für sie so anfühlen.

Du hattest sicher auch mal eine Situation, in der du deine Katze unbedingt rasch in den Transportkorb verfrachten musstest und sie hat sich mit allem gewehrt was ihr zur Verfügung steht. Für deine Katze kann sich lebensbedrohlich anfühlen.

Auch aus einem Schreck heraus, kann deine Katze plötzlich mal zubeißen. Erschrecke bitte niemals deine Katze einfach nur so aus Spaß. Für sie ist es sicherlich nicht lustig.

5. Katzen beißen aus Angst

Sehr häufig liegt hinter der Aggression eine Angst. Ähnlich wie bei der Verteidigung, weiß sich die Katze nicht anders zu helfen und beißt zu wenn aus der Angst Panik wird.

Stell dir eine Situation vor, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt. Mir ging das früher in der U-Bahn so, wenn sie immer voller und voller wurde. Ich stand an die Wand gequetscht und wusste, bei der nächsten Haltestelle muss ich da irgendwie raus, aber es strömen noch mehr hinein. Ich habe niemanden gebissen, aber mich doch vehement nach draußen gestemmt.

Angst hat viele Gesichter und manchmal ist Angriff die beste Verteidigung gegen etwas angsteinflößendes.

6. Katzen beißen im Spiel

Beim Spiel soll deine Katze sich austoben können. Als Spielzeug eignet sich daher deine Hand absolut gar nicht, auch nicht wenn die Katzen noch klein ist. Übermut im Spiel darf sein und daher ist es wichtig, dass deine Katze auch Spielzeuge hat, in die sie sich richtig reinkämpfen kann. Gutes Katzenspielzeug darf und soll kaputt gehen. Das macht erst den richtigen Spaß für deine Katzen aus.

Fazit

Egal warum Katzen beißen, versuch, die Ursache herauszufinden und sie zu beheben!

Hat sie Schmerzen, muss der Grund gefunden und beseitigt und der Schmerz behandelt werden. Beißt sie aus Stress, ist es wichtig, ebenfalls die Ursache dafür zu beheben. Gib deiner Katze einfach immer die Möglichkeit, sich auszuleben, denn Langeweile ist der größte Stressfaktor, den ich immer wieder sehe.

Suche gute Beschäftigungsmöglichkeiten, biete wechselnde Spiele mit dir und starte das Clickertraining oder vertiefe es.

Eine besondere Herausforderung ist das Zusammenleben mit mehreren Katzen. Die Gruppendynamik in einer Katzengruppe ändert sich ständig. Wie bei Stress ist es wichtig, mit Spiel, Spannung, Training und Kuscheleinheiten deinen Katzen gerecht zu werden. Dabei ist es wichtig, dass jede Katze hat, was sie braucht:

  • Katzenklos in ausreichender Menge und Größe und das an den richtigen Stellen
  • Kratzbäume
  • Liegeflächen
  • ungestörte Futterplätze
  • viele Möglichkeiten, sich zu verstecken
  • auf Regale zu klettern und die Wohnung auch in der Höhe nutzen zu können

Löse dich auch von der Vorstellung, dass Freigänger Menschen nicht brauchen und sich schon selbst beschäftigen. Deine Katze braucht dich!

Beschäftige dich 15 Minuten am Tag mit deiner Katze und du wirst, sehen, dass das ihr Leben positiv verändert. Meine Faustregel: 5 Minuten Training, 10 Minuten Spiel (gerne länger) und das für jede einzelne Katze sind ein guter Anfang, um deinen Katzen ein glückliches Leben mit dir zu bieten.


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